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Coesfeld
Grüne wollen Flächenfraß im Kreis stoppen
 

Grüne wollen Flächenfraß im Kreis stoppen

Die Grünen können die Leitmotive, die Frau Ministerin Thoben ( CDU)  am 27. März bei der Vorstellung der Eckpunkte für den Landesentwicklungsplan ( LEP) genannt hat nur unterstreichen:
„Angesichts zurückgehender Bevölkerungszahlen sowie gleichzeitig wachsender Ansprüche an die Qualität der Kulturlandschaften muss es vorrangig darum gehen, die Nutzung vorhandener Flächen im Bestand zu verbessern.“ und „Das Siedlungswachstum soll vermindert, die Attraktivität des bestehenden Siedlungsraumes erhöht werden. …“
Jedoch widerspricht der von der ebenfalls CDU- geführten Bezirksregierung vorgelegte Siedlungsflächenbedarf eindeutig diesen Vorgaben.

Grüne wollen Flächenfraß im Kreis stoppen

Auf dem Foto: Lutz Meyer Zum Alten Borgloh Diplomant der Raumplanung,
Helmut Fehr Mitglied des Regionalrates, Norbert Vogelpohl Mitglied des Kreistages,
Richard Dammann Sprecher des Kreisverbandes


Angeregt durch eine Präsentation vom Mitglied des Regionalrates Helmut Fehr, diskutierten die Grünen des Kreisverbandes über den zukünftigen Siedlungsflächenbedarf des Kreises. Der Siedlungsflächenbedarf ist eine Grundlage zur Erstellung des neuen Regionalplans, dem Nachfolger des Gebietsentwicklungsplans, und damit die wichtige planerische Grundlage der zukünftigen Entwicklung im Münsterland.

Die Bevökerungsentwicklung wird im Kreis Coesfeld positiver als in vielen anderen Landesteilen verlaufen. Dabei ist die zukünftige Wohnungsbewegung kaum abzuschätzbar. Hierzu gibt es zwei mögliche Trends:

  1. Zurück in die großen Städte, da hier alle wichtigen Einrichtungen in ca. 150m erreichbar sind.
  2. Aufs Land in Orte mit weniger als 10. 000 Einwohner

Verlierer dieser Trends werden die Orte sein, die weder städtischen Flair noch ländliche Beschaulichkeit bieten können.

Nach den Zahlen der Bezirksregierung wird 2029 mit ca. 12 000 zusätzlichen Einwohnern der Gipfelpunkt der Bevölkerungsentwicklung im Kreis erreicht. Die Entwicklung wird jedoch in den Orten sehr unterschiedlich verlaufen. Während z. B. für Rosendahl von einer Halbierung der Bevölkerung bis 2060 auszugehen ist, kann Lüdinghausen ab 2020 eine Stabilisierung der Einwohnerzahl auf ca. 30, 000 erwarten.

Durch die zunehmende Veralterung der Gesellschaft wird die Nachfrage nach Einfamilienhäusern deutlich sinken. Selbst die von Kreditwirtschaft finanzierte Pestel- Studie geht z. B. für Dülmen beim Neubaubedarf von ca. einem Drittel Einfamilienhäuser und zwei Drittel Geschosswohnungen aus. Die Studie sieht den Kreis Coesfeld als wachsenden Kreis mit besonderen Problemlagen. Es fehlt altengerechter Wohnraum und Bauland um solchen errichten zu können. Sie fordert die Abkehr von der z. T. einseitig auf  Ein- und Zweifamilienhäuser ausgerichteten Wohnungspolitik.

Von der Bezirksregierung liegt nun ein im März 2008 überarbeiteter Entwurf des Siedlungsflächenbedarfs als Grundlage des Meinungsausgleichs für den neuen Regionalplanes vor. Danach gibt es im Kreis Coesfeld ein Allgemeinen Siedlungsflächenbedarf von 769 ha  und ein Gewerbe- und Industrieflächenbedarf von 394 ha.  Die jetzige Siedlungsfläche beträgt 23842 ha.

Lässt man den von der Bezirksregierung prognostizierten Auflockerungsbedarf unberücksichtigt, heißt das für jeden neuen Einwohner des Kreises 1017qm Freifläche vernichtet werden sollen.
Durch die geplante Entwicklung werden die Flächen für die Landwirtschaft und damit für die dringend benötigte Lebensmittelproduktion immer geringer. Bereits im Zeitraum von 1975 – 2005 ist die im Kreis zur Verfügung stehende Ackerfläche um 5% und die Wiesen und Weidenflächen um 3% gesunken.

Obwohl nach den jetzigen Flächennutzungsplänen noch 226, 3 ha Gewerbeflächen ausweisbar wären, sieht die Bezirksregierung darüber hinaus einen Bedarf von 54, 3 ha.

Aus Sicht der Grünen wird die geplante Flächenausweisung wegen der zusätzlichen Kosten für Mobilität, Heizen, Kanalisation Infrastruktur und Service auch ökonomisch immer schwieriger darstellbar sein. Diese zusätzlichen Kosten werden nicht durch eine steigende Einwohnerzahl gedeckt werden. Daher lehnen die Grünen eine weitere großflächige Ausweisung von gängigen Wohngebieten im Kreisgebiet ab. Der entstehende Bedarf für den Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern kann in den jetzigen Gebieten gedeckt werden. Ziel grüner Politik ist nicht die weitere Förderung des ohnehin zu großen Pendlerverkehres im Kreis durch das Angebot billigen Baulandes in Konkurrenz zu den Wohnflächen in den Ballungsräumen. Ein Überangebot an Wohnbauflächen lasst zudem den Verfall der Immobilienpreise im Kreisgebiet befürchten.

Auch ist es nicht Ziel grüner Politik billiges Gewerbeland auf der grünen Wiese in Konkurrenz zur Umnutzung und Weiternutzung bestehender Flächen anzubieten. Vielmehr bedarf es, wie auch im Entwurf vorgesehen, einer flexiblen Planung, die im Falle von Engpässen Inanspruchnahme von Flächen auf Grundlage eines Flächenmonitorings ermöglicht.

 
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