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01.11.2010: Ausbildungsreport 2010 der DGB-Jugend erschienen

Die Ausbildungsqualität aus der Sicht von Auszubildenden

Alle Jahre wieder gibt die DGB Jugend ihren „Ausbildungsreport“ heraus. Diese Studie basiert auf der Befragung von 7317 Jugendlichen, die sich in einer dualen Berufsausbildung befinden. Der Report untersucht die Qualität der dualen Ausbildung in Deutschland, die quantitative Versorgung der Jugendlichen mit Ausbildungsangebot bleibt hier ein Randaspekt.

Der Ausbildungsreport liefert zunächst eine Gesamtbewertung der Ausbildungssituation, anschließend Einzelbewertungen z. B. hinsichtlich der Ausbildungsinhalte, Ausbildungsqualität, Ausbildungzeiten und Überstunden oder Ausbildungsvergütung vor. Viele dieser Aspekte betreffen also die Situation im Betrieb und fallen somit in Zuständigkeit der betrieblichen Interessensvertretungen.

Im Zusammenhang mit der Gesamtbewertung wird u. a. die hohe Zahl der Ausbildungsabbrüche thematisiert. Diese werden von den Jugendlichen auf „Konflikte mit AusbilderInnen oder BetriebsinhaberInnen“ zurückgeführt. Eine Betrachtung, die keinen Beitrag zur Problemlösung liefert. Vermisst wird auch der Hinweis auf die Dimension und damit die Bedeutung der Ausbildungsabbrüche für das Ausbildungsangebot insgesamt. Anderen Quellen ist zu entnehmen, dass ca. 20% aller Ausbildungsverträge vorzeitig beendet werden, im Hotel- und Gaststättengewerbe sind es fast 35%. Die seit Jahrzehnten bestehende Ausbildungsplatzlücke ist also auch auf die Vielzahl der Abbrüche zurückzuführen. Gleichzeitig hat der gegenwärtig beklagte Fachkräftemangel auch hierin einen (von mehreren) Ursprung.

In der Studie wird aber richtigerweise auch die Situation in den Berufsschulen angesprochen. Die Ausstattung der Schulen, die Qualität des Unterrichts oder die Qualifikation der LehrerInnen werden kritisch hinterfragt.

So wird beklagt, dass durch die Ausweitung der Übergangsangebote, oftmals den Klassen des Dualen Systems nicht mehr das lehrplangemäße Unterrichtsvolumen angeboten werden kann. Anders ausgedrückt: An den Berufskollegs fehlen LehrerInnen! Diese Feststellung der Betroffenen dürften die Kultusministerien wohl schwerlich widerlegen können. Wenn 8,8% der Jugendlichen die „fachliche Qualität der Berufsschule“ für ausreichend, und 4,3% diese für mangelhaft halten, dann sind diese Werte auch eine Frage nach den Fortbildungsangeboten für die Berufsschullehrer!

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Ausstattung der Berufsschulen. Einerseits ist die Lernatmosphäre in den Klassenräumen, die auch aus der Raumausstattung und Raumgestaltung resultiert, anzusprechen. Andererseits geht es um die Ausstattung der Schulen mit Lehr- und Lernmittel, bzw. praxisbezogene Ausstattung von Werkstätten. Hier sind die Schulträger in der Pflicht. Die jüngsten Qualitätsberichte der Bezirksregierung haben für die Berufskollegs des Kreises Coesfeld keine Mängel aufgeführt. Dennoch wird hinter vorgehaltener Hand der eine oder andere Missstand angesprochen. Diesen Hinweisen kann dann z.B. durch Anfragen an den Landrat gezielt nachgegangen werden.

Der Ausbildungsreport der DGB-Jugend ist für die Politik auf den unterschiedlichen Ebenen ein wichtiger Fingerzeig für weitere erforderliche Verbesserungen der dualen Berufsausbildung. Weitere kritische Hinweise nehmen z.B. grüne PolitikerInnen gerne entgegen.

Norbert Vogelpohl

 
Weblinks zum Thema:

DGB-Ausbildungsreport 2010
Grüne Bundestagsfraktion: System weiterhin nicht zukunftstauglich
Kleine Anfrage der Grünen zur Novellierung des Jugendarbeitschutzgetzes
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