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01.11.2013: Konzept mit Stärken und Schwächen (Berufswahlorientierung mit dem Berufsnavigator:)

Jährlich werden etwa 20% aller Ausbildungsverhältnisse in Deutschland vorzeitig aufgelöst! Im Gastgewerbe sind es 30 %, im Tischlerhandwerk NRW hingegen ca. 15 %. Es gibt also sektorale, regionale und auch zeitliche Schwankungen. Die Ausbil­dungsabbrüche führen zu Misserfolgserlebnissen sowie einem verzögerten Erwerbs­eintritt bei den Jugendlichen, auf Betriebsseite zu unnötigen Kosten und Schwierig-keiten bei der Personalplanung. Könnte diese Abbruchquote halbiert werden, so stünde, zumindest statistisch, für jeden Jugendlichen ein Ausbildungsplatz zur Verfügung.

Mit dem „Berufsnavigator“ wird auch im Kreis Coesfeld seit einigen Jahren ein Projekt zur Berufsorientierung angeboten, dass durch frühzeitige Auseinandersetzung mit dem künftigen Berufsleben zu einer bewussteren Berufswahl führen soll. Allen Schülerinnen und Schüler (außer an Förderschulen) einer 9. Klasse wird die Teilnahme an diesem Verfahren angeboten. Am Ende dieses mehrstufigen Arbeitsprozesses mit Fragebögen, peer-gesprächen oder Expertengesprächen steht eine individuelle Liste mit Berufsvorschlägen. Dieses Angebot ist somit auch als Instrument zu verstehen, die Zahl der Ausbildungsabbrüche zu verringern.

In der Septembersitzung des Schulausschusses wurde über die Projektfinanzierung für das kommende Schuljahr 2013/2014 beraten und beschlossen. (SV-8-0941, SV-8-0936) Diskussionsgrundlage war u. a. eine Befragung von  SchülerInnen und LehrerInnen, die an diesem Projekt teilgenommen haben.

Wir GRÜNEN haben diese Maßnahme bislang mitgetragen, auch wenn wir den Berufsnavigator nicht so euphorisch bewerten wie andere. In Einzelgesprächen wurde uns  vermittelt, dass die Berufsvorschläge oftmals sehr überraschend, bzw. wenig hilfreich seien. So wurde einem Realschüler in Rheine der Beruf des Klavier- und Cembalobauers als Topvorschlag ans Herz gelegt. Randbemerkung: dieser Jugendliche spielt weder Klavier noch sonst ein Musikinstrument! Zudem: wo mag die nächste Ausbildungsstelle sein?

Wir haben in den bisherigen Beratungen wiederholt die Kritik geäußert, dass es im Rahmen des Berufsnavigators nicht durchgängig genug gelingt, die Ergebnisse der guten Einzelinstrumente zu einem guten und schlüssigen Gesamtergebnis zu verknüpfen. Allzu oft leistet der Berufsnavigator keinen positiven Beitrag zur individuellen beruflichen Orientierung.

In der oben angesprochenen Abfrage haben Lehrer diesen Aspekt als „fehlende Nachhaltigkeit“ beschrieben. Wenn sich, wie uns entgegengehalten wird, dass sich „70 % der Studien- und Berufswahlkoordinatorinnen (StuBos) zum Verfahren insgesamt positiv geäußert haben“, dann haben sich 30 % dieser Lehrer nicht positiv geäußert. Eine durchaus beachtenswerte und ernst zu nehmende Größe, die aus bündnisgrüner Sicht das bisherige „Weiter so!“ in Frage stellt.

Drei Anregungen für die bevorstehende Neuausrichtung der Berufsorientierung:

  • Den Schülerinnen und Schülern sollte künftig noch mehr die Gelegenheit gegeben werden, sich in berufsnahem Handeln zu erleben. Dies kann z.B. durch schulische „Werkstattprojekte“ oder durchgängigeren (praktischen) technischen oder hauswirtschaftlichen Unterricht geschehen.
  • Anstelle der Berufsorientierung sollte die Berufsfeldorientierung treten. Es gibt ca. 400 duale Ausbildungsberufe, unzählige „Fachschulberufe“ (Erzieherin, Pharmazeutisch-Technische Assistentin, …) und noch mehr Studiengänge an den Hochschulen. Vor dieser „Detailentscheidung“ ist doch individuell die Frage zu klären, ob es ein technischer oder kaufmännischer oder pflegerischer Beruf sein soll. Die Frage: Bäcker oder Koch, Bankkauffrau oder Verwaltungsfachangestellte, Bauingenieur oder Betriebswirt schließt sich an.
  • Seit einigen Jahren (in der Stadt Coesfeld als Ergebnis eines Impulses durch die bündnisgrüne Ratsfraktion!) werden zunehmend Partnerschaften zwischen (Industrie-) Betrieben und Schulen (vor allem Gymnasien) gegründet. Diese Kooperationen sind auszubauen, damit die Schülerinnen und Schüler frühzeitig und vor allem an unterschiedlichen Stellen ihrer Schullaufbahn konkrete Anknüpfungspunkte an die differenzierte Arbeitswelt entwickeln können.

Wir stehen vor der Herausforderung, jedem jungen Talent eine gute berufliche Perspektive zu eröffnen. Im Interesse der Jugendlichen, aber auch im Interesse der Wirtschaft und der Gesellschaft.

Norbert Vogelpohl

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