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18.12.2013: Stadt Land Bus – Öffentliche Verkehrsmittel im Kreis Coesfeld

 „Was wichtig dafür ist, dass sich jemand für den (Linien-)Bus entscheidet und somit einen ersten Fuß in die Infrastruktur des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) setzt und ihn auch weiter nutzt?“ Dies war die zentrale Fragestellung der Veranstaltung „Stadt Land Bus“ der BÜNDNISGRÜNEN Kreistagsfraktion (14.12. 2013 im Bahnhof Darfeld).  Der demografische Wandel hat den ÖPNV in ländlichen Räumen in einen Zangengriff genommen: Durch die  rückläufigen Schülerzahlen schmilzt eine bedeutende Finanzierungsgrundlage des ÖPNV weg. Gleichzeitig  wird der Ruf nach einer „Gewährleistung von Mobilität im Alter“ lauter. Das Angebot des ÖPNV muss für die Zukunft an die demografische Entwicklung und die Bedürfnisse und Anforderungen der Bevölkerung im Kreis Coesfeld angepasst werden.

Gerrit Tranel, Geschäftsführer Fachbereich Bus beim ZVM, stellte in seinem einleitenden Referat Kennzahlen, Strukturen und Markenkern des Busverkehrs im Münsterland vor. Besonders interessant für die Zukunft des Busverkehrs war ein Projekt in Olfen im Rahmen der Regionale 2016 – Schüler werden hier bedarfsorientiert mit Hilfe von Chipkarten von der Schule an ihren Zielort gebracht. Per Computer wird die ideale Strecke berechnet und der Busfahrer muss keine leeren Haltestellen mehr ansteuern. So werden Kosten und Emissionen gespart.

Rolf Beu, Landtagsabgeordneter und Verkehrsexperte der Grünen machte darauf aufmerksam, dass Liniennetze von Bus und Bahn besser aufeinander abgestimmt werden könnten. Die Stärke der Bahn seien die großen Strecken, die Stärke der Busse die Feinverteilung. Es ist nicht sinnvoll, Bus und Bahn nebeneinander herfahren zu lassen, vielmehr könnten sie sich ergänzen. Dafür müsste aber auch die Taktung abgestimmt sein. Als negatives Beispiel nannte Wolfgang Dropmann aus Senden den Bahnhof Bösensell, wo vier Züge in der Stunde kommen, aber die Weiterfahrt mit dem Bus kaum möglich ist.

Gerd Joksch, Stadtplaner und Ratsmitglied der Grünen in Münster wies darauf hin, dass immerhin ein Drittel der CO2-Emissionen durch Verkehrsmittel verursacht wird. Da zudem immer mehr ältere Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind und da Mobilität auch Bedingung für Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist, wird der ÖPNV zu einem wichtigen Zukunftsfaktor. Klimaschutz und demografischer Wandel sind also gewichtige Argumente für den Ausbau des ÖPNV. Dabei sind öffentliche Verkehrsmittel besser als ihr Ruf: Der Kostendeckungsgrad beträgt mittlerweile 76% - und dieser steigt mit besserem Ausbau durch zunehmende Nutzung, so die These von Gerd Joksch.

Ergebnis der Diskussion war, dass ein Ausbau des ÖPNV im Kreis Coesfeld zwar Geld koste, dieses Geld aber gut angelegt sei, um den Kreis zukunftsfähig und attraktiv für junge und alte Menschen zu machen. Norbert Vogelpohl (Sprecher der Kreistagsfraktion) betonte, dass angesichts der beschriebenen Herausforderungen, weder Streichung von Verbindungen noch Preissteigerungen die richtigen Antworten seien. Vielmehr müsste das Angebot insgesamt noch attraktiver werden.  Dazu gehöre auch, dass die Busse bequem, sauber und schön sein müssten, damit die Fahrgäste gerne einsteigen.  
Lars Reichmann

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