Sehr geehrter Herr Püning, sehr geehrte Damen und Herren, verehrte Kolleginnen und Kollegen,
ich komme nicht mit Fliege, wie Herr Riesenhuber, mein Amtskollege auf Bundesebene, aber Ihnen zu Ehren, Herr Püning, da ich Sie heute erneut in das Amt des Landrats einführen darf, habe ich zum ersten Mal die Schleife angelegt, die Sie mir vor nicht allzu langer Zeit im Namen des Bundespräsidenten überbracht haben.
Traditionsgemäß gehört es zu den Aufgaben einer Alterspräsidentin, die erste programmatische Rede zu Beginn einer Wahlperiode zu halten.
Ich werde mich kurz fassen und stattdessen meine programmatischen Anliegen stückchenweise in Form von Anträgen in den nächsten fünf Jahren im Kreistag und seinen Ausschüssen einbringen, in der Erwartung, dass Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, sich mit der Zeit noch mehr mit grüner Programmatik anfreunden – und ihr zustimmen können.
Ich will Ihnen auch sagen, woher ich meine Zuversicht nehme:
Es ist der Vorzug von mehr als fünfundzwanzig Jahren Politikerfahrung, - solange beteilige ich mich schon politisch auf diversen Ebenen - die Veränderungen und Erfolge erleben zu können, die politisches Engagement bewirken können. Und wie Sie sehen, ist das für mich immer noch Antrieb, weiter zu machen, egal was mein Geburtskalender sagt.
Wie sonst auch hätte ich Alterpräsidentin werden können.
Und Beispiel sein möchte ich auch, damit mehr Menschen, egal ob jung oder alt, in der Kommunalpolitik mitarbeiten, die nach meinem Erleben nah an den Menschen ist, auch wenn damit persönlicher Erfolg im monetären Sinn und Karriere fördernd nicht unbedingt einhergeht.
Jetzt stehen wir schon zum zweiten Mal an dieser Stelle beisammen, Herr Püning, dass mir die ehrenvolle Aufgabe zufällt, Sie als Landrat zu vereidigen. Man könnt´ sich an diese Situation glatt gewöhnen, finden Sie nicht auch?
Ich möchte Ihnen an dieser Stelle noch einmal herzlich zu Ihrer Wahl gratulieren – und ich denke, ich tue das auch im Namen des gesamten Kreistages.
Sie übernehmen mit Ihrem Amt die Verwaltungsleitung in einem Kreis, der im Vergleich zu vielen anderen auch in der Krisenzeit relativ gut dasteht. Dennoch hat auch der kleine Tiger Coesfeld Haare gelassen und macht mehr Sorgen, als gewohnt.
Umso mehr sind Sie und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wir als Politikerinnen und Politiker gefragt, die Haushaltsmittel zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger richtig einzusetzen.
Dazu wird es – wie sollte es anders sein – unter den Fraktionen zum Teil unterschiedliche Auffassungen geben, auch wenn – Sie haben in Ihrer Rede der letzten Kreistagssitzung daran erinnert – die Mehrheit der Beschlüsse in der vergangenen Wahlperiode im Kreistag Coesfeld parteiübergreifend einvernehmlich getroffen wurden, so wie es wohl auch in der Regel zum Prinzip der Kommunalpolitik gehört.
Es wird an uns allen liegen, unser Handeln in der nächsten Wahlperiode zu einem guten Ganzen zusammen zu fügen.
Ich wünsche Ihnen, Herr Püning, für ihr Amt als Verwaltungschef gute Beraterinnen und Berater, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und weise Entschlüsse und Ihnen und den Fraktionen ein gutes Miteinander und erfolgreiches Wirken.
Anneliese Pieper |