Kinderarbeit ist in Deutschland verboten und wohl jeder, der hier lebt, würde sich gegen diese verwerfliche Art der Ausbeutung von Kindern verwehren. Aber wie ist es mit den Produkten aus Kinderarbeit, die weitgehend unbemerkt auf unserem Markt zu finden sind und ihre Käufer finden?
Dieses Thema haben der Kreisvorstand und die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen aufgegriffen und wollen eine Kampagne der Initiative EarthLink „Aktiv gegen Kinderarbeit“ unterstützen.
Nach Veröffentlichungen der ILO (International Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen) aus dem Jahre 2006 arbeiten 215 Millionen Kinder unter 15 Jahren, fast 126 Millionen unter ausbeuterischen Bedingungen. 73 Millionen der Kinder sind jünger als 10 Jahre, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen. Und diese Zahlen sind steigend. In vielen Regionen der Welt sind Erwachsene arbeitslos, während Kinder arbeiten und nicht in die Schule gehen. Mangelnde Bildung führt dazu, dass diese Kinder als Erwachsene ihren Lebensunterhalt nur als Tagelöhner oder Hilfsarbeiter verdienen können. Arbeitgeber stellen Kinder ein, weil sie billiger sind. Kinder sind leichter zu schikanieren und kaum in der Lage, sich gegen ausbeuterische gesundheitsschädliche und gefährliche Arbeitsbedingungen aufzulehnen. Diesen Kindern wird das „Kind sein“ verwehrt, werden Bildungschancen verweigert und ihr – noch einziges – Kapital Gesundheit zerstört.
„Es ist Handeln gefordert“ sagt Anneliese Pieper, Kreistagsabgeordnete, und verweist auf einen Antrag der Grünen in den Coesfelder Kommunen und im Kreistag. „Wie viele andere Kommunen auch sollte der Kreis Coesfeld und seine Städte und Gemeinden sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv dafür einsetzen, dass Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit keine Verwendung finden und Aufträge nur an solche Firmen vergeben werden, die versichern, dass ihre Waren ohne Kinderarbeit hergestellt sind.
Zudem sind wir der Auffassung, dass durch die Kommunen öffentlich für die Bekämpfung von Kinderarbeit geworben, darüber informiert und an Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen appelliert werden soll, Waren zu bevorzugen, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden“. |