Die befürchtete Betreuungslücke, die sich vielerorts aufgrund der späten Sommerferien zwischen dem Ende der Kindergartenzeit und dem Beginn der Schule auftut, sorgte in den vergangenen Monaten bei vielen Eltern für Unsicherheit. Im Kreis Coesfeld scheint die Lücke jedoch kein Thema zu sein. Dies legt zumindest die Stellungnahme der Verwaltung nahe, die auf eine schriftliche Anfrage von Bündnis 90 / Die Grünen im Jugendhilfeausschuss erfolgte.
Zum Hintergrund: Die Betreuungsverträge der Kindertagesstätten enden zum 31. Juli; die Schule beginnt aber erst Ende August bzw. Anfang September. Nach § 24 SGB VIII hat ein Kind vom vollendeten 3. Lebensjahr bis zum Schuleintritt Anspruch auf den Besuch einer Tageseinrichtung. Genau der Begriff „Schuleintritt“ ist nun aber zum Streitpunkt zwischen dem zuständigen Ministerium und kommunalen Spitzenverbänden in NRW geworden. Beginnt der Schuleintritt mit dem Ende der Sommerferien (Position des MGFFI) oder mit dem Beginn der Schulpflicht (nach § 35 SchulG NRW am 1. August)?
Die Klärung dieser rechtlichen Frage ist unabdingbar, doch für besorgte Eltern steht sie nicht im Vordergrund. Sie benötigen jetzt Sicherheit: Ist mein Kind in den Ferien in einer verlässlichen Betreuung mit vertrauter Umgebung? Im Kreis Coesfeld scheint dies der Fall zu sein. Nach Aussage der Verwaltung funktionierten die Absprachen zwischen den Leitungen der Einrichtungen im vergangenen Jahr so gut, „dass in jeder Stadt/Gemeinde entweder eine KiTa durchgängig geöffnet hatte oder nicht alle zeitgleich geschlossen waren, so dass überall ein Ausweichen in einen anderen Kindergarten möglich war“ (Zitat aus dem Vermerk zur Sitzungsvorlage SV-8-0152). Auch für 2010 scheinen diese Absprachen zu greifen. Zwar hatten bis zur Sitzung noch nicht alle Tageseinrichtungen auf das Rundschreiben der Verwaltung reagiert, in dem die Schließungszeiten abgefragt worden waren. Doch die Vermutung liegt nahe, dass es im Fall von Problemen eine entsprechende Rückmeldung gegeben habe. Die Verwaltung versprach zumindest, beim Auftreten von derartigen Betreuungslücken nicht nur zu berichten, sondern den Familien konkrete Lösungsvorschläge zu präsentieren.
(Dagmar Klose) |